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An dieser Stelle möchte ich den "Südkurier" und seine charmante Berichterstatterin mal in Schutz nehmen. Nein, bitte keine voreiligen Schlüsse ziehen! Das hätte ich sicher auch für Herrn Becker getan, wenn er solch einen netten Artikel geschrieben hätte.

Was sollte sie denn anderes schreiben?

Wahr muß es nicht unbedingt sein, denn Wahrheit tut bekanntlich weh. Außerdem würde das nicht zum "Südkurier", so wie wir ihn kennen und lieben, passen, oder sehe ich da was verkehrt? Außerdem muß es doch einen triftigen Grund geben, wenn Reporter des "Südkurier" von Aktivitäten örtlicher Interessengruppen ausgeschlossen werden, gell ?

Aber lassen Sie uns doch die einzelnen Absätze des Artikels mal nacheinander durchgehen.

Im ersten Absatz ist zunächst lobend zu erwähnen, daß Frau Vaassen emotionslos die Ansichten der beiden Kontrahenden gegenüberstellt. Ob diese nun wahr oder falsch sind, ist in der Tat Sache des Gerichts, dieses festzustellen. Verständlich auch die souverän-süffisante Ausdrucksweise des Vorstandsvorsitzenden Volker Wirth:

"Die Sparkasse sieht sich nach dem ersten Verhandlungstag in ihrer bisherigen Beurteilung des Sachverhalts bestätigt."

Was sollte er sonst sagen? Freiwillig zugeben, daß da was schief gelaufen ist? Das soll doch gefälligst der Herr Deppert-Kern besorgen. Dafür wird er ja schließlich auch bezahlt, oder? Und dann hat der Mann ja ohnehin einen verdammt schweren Stand. Sparkassen-Skandale in Deutschland am laufenden Band! In der Schweiz sind bereits Stimmen laut geworden, bei Investitionen in Deutschland vorsichtig zu sein mit Anlagen in deutschen Sparkassen. Oder die Sparkasse Rudolstadt-Saalfeld, die demnächst auf diesen Seiten zelebriert wird. Oder nehmen wir den in der zeitlichen Folge letzten Skandal in der Sparkasse Torgau/Sachsen, wo binnen einer Woche Spareinlagen und Kapitalanlagen in einer Dimension von 23 Mio. Euro abgehoben worden sind. Sollte der Herr Wirth sein Haus auch in diese Gefahr bringen? Im Moment, denke ich, noch nicht. Das wird die Zeit von ganz allein regeln, denn das Volk braucht lange um zu erwachen.


Zum zweiten Absatz. Richtig, weniger richtig und unschön dicht beieinander. Also:

Richtig ist, daß vier Verfahren erörtert worden sind,
weniger richtig ist, daß die ersten beiden Verfahren nur gegen Kempen gerichtet gewesen seien, sondern neben ihm auch noch gegen die Sparkasse Singen und die Stadt Penig.
Unschön und wenig sensibel ist die Ausdrucksweise:

"Es waren zunächst die Klagen der beiden Käufer von nie fertig gestellten Wohnungen in der Stadt Penig in Sachsen gegen Heribert Kempen persönlich zu erörtern."

Verehrte Frau Vaassen!
Hätten Sie diesen Sachverhalt nicht erstens korrekt und zweitens ein wenig diplomatischer ausdrücken können? So, wie Sie das schreiben, ist das der Stil von Leuten, die einem Krüppel die Krücken wegnehmen und sich dann darüber amüsieren, wie er auf die Schnauze fliegt. Wenn Sie die Verhandlung richtig verfolgt und vielleicht mal einen Blick auf diese Internetseiten riskiert hätten, wären Sie zweifellos dahinter gekommen, daß es gerade dieses - im Moment noch strittige und gerichtlich noch nicht bestätigte - treu- und gesetzwidrige Verhalten sowohl der Peniger Stadthäuptlinge, als auch der Singener Sparkasse gewesen ist, das verhindert hat, daß die Projekte fertig geworden und die Kunden befriedigt worden sind.


Auch beim dritten Absatz frage ich mich, werte Frau Vaassen, wo Sie Ihre Gedanken gehabt haben, als Sie im Gerichtssaal saßen. Dreh- und Angelpunkt war nicht das Stillhalteabkommen, wie Sie Ihren Lesern verklickern, sondern ein qualifizierter Sanierungsbeschluß, der vom gesamten Sparkassenvorstand unterzeichnet gewesen und in seiner Gesamtheit von dem in Frage stehenden Sparkassenmitarbeiter vergewaltigt worden war, in dessen Folge das Kempen-Imperium trotz ausgezeichneter Arbeit in sich zusammengebrochen war. Erkennen Sie den Unterschied in der Darstellung? Aber den Unterschied zwischen Salzkartoffeln und Bratkartoffeln, den kennen Sie doch, oder? Ach, Sie stehen mehr auf Spätzle? Tut mir leid, da kann ich nicht mitreden. Die kenne ich wiederum nur vom Hörensagen.

Da Sie diesen Punkt nicht erkannt hatten, verehrte Dame, kann danach natürlich nur Unsinn rauskommen, denn:

Sie schreiben:

"Mit dem Geld sollten längst fällige Zinsschulden beglichen worden sein. Diese Gelder, die von einem der Wohnungskäufer stammten, seien jedoch ... nie für diesen Zweck gedacht gewesen."

Meine Liebe! Falls Sie noch einmal in die Verlegenheit kommen sollten, in einem Gerichtssaal zu lauschen, dann wollen Sie sich doch bitte mal mit primitivsten Grundkenntnissen ausstatten. So, wie Sie das darstellen, ist das, als würden Sie Zucker und Salz verwechseln:

Das Geld, welches von einer Sparkassen-Triefnase kreuz-die-quere umgebucht worden ist, stand unter Kuratel mehrerer Baugesetze, so u.a. der MaBV (der Ausdruck ist mehrereremals gefallen, oder ist Ihnen das entfallen?) und des GSB (ist nur ein Mal erwähnt worden).

Da Sie diesen Sachverhalt nicht erkannt hatten, konnten Sie natürlich auch nicht nachvollziehen, daß man das Geld zur Fertigstellung nicht der, sondern des Projekts (Netzel) in Penig nicht einsetzen wollte, sondern zwingend mußte! Heilige Einfalt! Sie machen es einem ganz schön schwer, Sie in Schutz zu nehmen. Aber ich hoffe, Sie erkennen den guten Willen dahinter.

"Der Verlust dieser Gelder habe schließlich zum Niedergang der HMK-Gewerbebau Kempen und der Auffangfirma geführt."

O.K. Ich gebe es ja zu. Ich hatte zeitweise auch einige Schwierigkeiten, die Augen offen zu halten bei dieser Mammutsitzung. Also, daß Sie die einzelnen HMK-Firmen durcheinanderwürfeln, das geht mir auch so, und da habe ich durchaus Verständnis für. Aber: Nicht der Verlust der Gelder war es, der die Arbeiten zum Erliegen brachte, sondern die rechts- und treuwidrige Schließung der HMK-Konten entgegen jeglicher Vereinbarung und dazu noch zur Unzeit!!! Ich habe das extra dick geschrieben, aber blind scheinen Sie ja nicht zu sein, nur stellenweise ein wenig unterbelichtet. Dann werden wir das mal andersrum versuchen:

Nicht der Verlust der Gelder war es, der die Arbeiten zum Erliegen brachte, sondern die rechts- und treuwidrige Schließung der HMK-Konten entgegen jeglicher Vereinbarung und dazu noch zur Unzeit!!!

 


Sie sind wirklich anstrengend, Frau Vaassen, aber ich tue das ja gern für Sie. Kommen wir zu Ihren Fehltritten im 4. Absatz. Um das für unsere geneigten Leser nicht zu lang werden zu lassen, fasse ich das gleich mit dem 5. und - Gott sei es getrommelt und gepfiffen - letzten Absatz Ihres netten Artikels zusammen.

Wer hier wohl was auf wessen Kopf stellt? Also, in allen 4 Verfahren war die Sparkasse Singen-Radolfzell involviert, falls Sie das übersehen haben, und, wie oben von mir bereits festgestellt, wird man kaum erwarten können, daß deren Macher sich vor Gericht entblößen und sich selbst mit der Katze geißelnd laut " Mea culpa ! " schreiend durch den Saal rennen. Da hätten Sie wohl doch ein wenig mehr aufpassen müssen, um den wahren Sinn der Worte zu erfassen. Das Oberlandesgericht hat eine Menge festgestellt, unter anderem, wie wir das sehen, durch gezielten Prozeßbetrug, weshalb ja auch diverse Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft vorliegen, aber garantiert noch nichts von den Buchungen!

Und nochmal Sanierungsphase: Gute Frau! Dafür gibt es konkrete gesetzliche Festlegungen,

  1. Was eine Sanierung ist,
  2. Welche Pflichten die an einer Sanierung Beteiligten zu erfüllen haben

  3. und
  4. Wie eine solche auszusehen hat.

Und   w e n n   ein Spezialist für Sanierung und Recht - das sind die Federn, mit denen sich Ihr Freund Heinzelmann schmückt - diese Punkte nicht kennt, und falls doch, diese gar ignoriert bzw. gründlichst vergewaltigt, dann ist das doch wohl ein verdammt starkes Dingens, oder meinen Sie nicht, Frau Vaassen? Warum lassen Sie Ihre Leser darob im Unklaren? Ach, ja! Verzeihung! Ihr Brötchengeber ist ja...

Und das Dingens mit der Villa sollten Sie sich nochmal durch Ihr kleines Köpfchen gehen lassen! Mehr als das, was Sie da durcheinander gewürfelt haben, kann der beste Barkeeper nicht zusammenmixen! Also, nur für Sie und zum Mitdenken:

  1. Die Baukosten der Kempen-Villa lagen bei gut 4 Mio. DM
  2. Das dafür aufgenommene Kreditvolumen lag bei 1,1 Mio. DM
  3. Die 0,5 Mio. DM sind von Frau Kempen zwar aufgenommen worden, aber weder für das Haus, noch für schicke Schuhe oder ein anderes Auto (Frau Kempen raucht nämlich nicht, sodaß die Aschenbecher nicht so schnell voll werden...;-)), sondern um die Firma am Laufen zu halten.

Ich glaube, verehrte Frau Vaassen, Sie hätten uns doch besser etwas zu Essen machen sollen...

Siegfried Wilhelm


PS: Auch wenn das so anklingen mag - ich bin keinesfalls machomäßig eingestellt. Nur sollte, wenn schon berichtet wird, wenigstens eine Spur an Wahrheit dran sein, und nicht totale Verdrehungen. Bei aller Sympathie für das weibliche Geschlecht und Antipathie wider bestimmte Vertreter der bundesdeutschen Journaille sollte doch bitte immer die Kirche im Dorfe gelassen und der Bürger mit halberwege objektiver und sachlich vor allem richtiger Information versorgt werden. Mal sehen, wie das die Kokurrenz machen wird >>>


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