(Übersetzung aus dem Russischen, Text vom 06.11.2001)
Im Zuge der Entwicklung der elektronischen Kinematographie, aber auch mit der Einführung des HDTV (High Definition Television) in den USA und Japan in der Gegenwart, wird das Problem der Entwicklung von Projektoren mit hoher Auflösung immer aktueller, die dazu in der Lage sind, scharfe und kontrastreiche Bilder zu projizieren. Die zur Zeit existierenden LCD- und DLP-Projektoren können die professionellen Anwender nicht zufrieden stellen. Die LDT ist eine prinzipiell neue, revolutionierende Technologie, auf deren Grundlage bereits ein Projektor gebaut worden ist, der scharfe und kontrastreiche Bilder auf einem Großformatbild-schirm projizieren kann.
Die LDT (Laser-Display-Technologie) ist das Ergebnis der Arbeit des Dr. Christhard Deter, der 1991 in der Thüringer Kleinstadt Gera die Firma LDT G.m.b.H. & Co. Laser-Display-Technologie KG ins Leben gerufen hat.
Seit 1995 entwickelt sich die LDT G.m.b.H. & Co. KG zu einer gemeinsamen Tochter zweier deutscher Großkonzerne: Daimler-Benz (heute: Daimler-Chrysler) und SCHNEIDER Rundfunkwerke AG – einem der führenden Produzenten der BRD für Haushaltselektronik.
1997 stellt die Gesellschaft auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin ihre revolutionierende LDT-Technologie vor.
1999 wird ein erster serienreifer Prototyp eines Projektors auf LDT-Basis gebaut.
Im Dezember 1999 kauft SCHNEIDER die 50% DAIMLER-Anteile am Unternehmen auf und wird somit zum 100-%-igen Eigner der Gesellschaft. Das Unternehmenskapital beläuft sich 1999 auf 130 Mio. EURO.
Februar 2000: Die LDT G.m.b.H. & Co firmiert um in SCHNEIDER Laser Technologies AG.
Sommer 2000: Die Serienproduktion professioneller Projektoren auf Basis der LDT-Technologie wird aufgenommen.
Falls Sie, verehrter Leser, noch nicht zu sehr ermüdet sind, lassen Sie mich Ihnen jetzt die Grundlagen der Laser-Display-Technologie vorstellen: Wie es der Name schon sagt, wird ein Laser für den Bildaufbau verwendet. Bereits in den 60-er...70-er Jahren kam der Gedanke auf, einen Laserstrahl im Fernsehgerät zu verwenden anstelle des stark diffundierenden Elektronen-strahlenbündels. Und so gab es dahingehende aktive Forschungen in vielen Ländern, so auch in der damaligen UdSSR. Dort gab es sogar schon einen Namen für das Laser-Fernsehgerät: „Quantoskop“. Die Idee, drei Laserstrahlen (Rot, Grün und Blau) anstelle der Elektronenstrahlen im Fernsehgerät einzusetzen, war verlockend, entfiel doch der Einsatz der Vakuum-Kathodenstrahl-Röhre (englisch: CRT – Catode Radiation Tube) mit ihrer Lumineszenzschicht aus Seltenerdstoffen und ihrem Bedarf an Hochspannung. Allerdings gab es einige Hürden auf dem Wege zur Verwirklichung des Laser-TV:
Die folgende Abbildung zeigt das Bildbauprinzip der Lasertechnologie:
(Abbildung auf Seite 2)
Die drei Laserstrahlen werden mittels eines elektro-optischen Modulators entsprechend dem Video-Eingangssignals in ihrer Amplitude moduliert. Dann werden sie mit Hilfe eines speziellen Systems halbdurchlässiger Spiegel zu einem Strahl vereinigt, der die gesamte Bildinformation enthält. Wie allgemein bekannt, strahlt der Laser das Licht in Form eines Bündels paralleler Strahlen mit streng definierter Wellenlänge und Farbe aus. Durch die Mischung der drei in ihrer Intensität unter-schiedlichen Strahlen (Rot, Grün, Blau) entsteht Weiß oder eine beliebige andere Farbe. Das opto-mechanische System der Bildprojektion und das der Fokussierung befinden sich im Projektionskopf, der mit der Laserstrahlenquelle über ein flexibles Glasfiberkabel (mit bis zu 30 m Länge) verbunden ist. Der Bildaufbau auf dem Schirm funktioniert wie beim Fernsehgerät: Zeilenweise. Der Laserstrahl wird von oben nach unten abgelenkt und „schreibt“ dabei die Bildzeilen von links nach rechts.
Der horizontale Bildaufbau erfolgt mit Hilfe eines sich drehenden Rades, auf dem 25 Spiegel montiert sind, die Vertikale mittels eines schwingenden Spiegels. Pro Sekunde schreibt der Laserstrahl 48.000 Zeilen, wobei er auf dem Bildschirm eine Geschwindigkeit von 90 Kilometern in der Sekunde erreicht. Dank der Trägheit unserer Augen und der großen Geschwindigkeit beim Scannen des Laserstrahls erscheint die Abbildung auf dem Bildschirm wie bei einem „normalen“ Bild.
Im Juli diesen (2000? – d.Ü.) Jahres stellte die Gesellschaft SCHNEIDER Laser Technologies gemeinsam mit CARL ZEISS den Laserprojektor anlässlich des zweiten Jahrestages seit Gründung der International Planetarium Society in Montreal/Kanada vor. Der neue Videoprojektor mit der Bezeichnung ZULIP (Zeiss Universal LaserImage Projector) wurde speziell für Planetarien konzipiert und arbeitet mit LDT-Technologie. Mit diesem Projektor wurde ein Bild auf einem Bildschirm von 100 qm projiziert.
(Absatz Seite 3 mit Abbildung rechts)
Der Projektionskopf des Projektors besitzt geringe Abmessungen und ist horizontal um 270° sowie vertikal um 90° verstellbar. Die Gesamtleistung des Laserstrahls beträgt 10 W bei einer Leistungsaufnahme von 2...4 kW. Der Projektor verwendet Halbleiter-Impuls-Laser mit Licht-blitzen von 7 Pikosekunden (7*10-12 sec.) bei einem Zeitintervall von 14 Nanosekunden (14*10-9 s). Die Laser selbst mit ihrem Modulationssystem wurden auf Bestellung von Jenoptik Laser Optik Systeme gefertigt. Gerade durch die Verwendung von Halbleiter-Lasern wurde erreicht, die Energieaufnahme des Projektors entscheidend zu verringern. In den ersten Versuchen zur Herstellung des Laserprojektors wurde ein Ar-Kr-Gas-Laser mit einer Leistungsaufnahme von 160 kW verwendet, der mit einigem Aufwand gekühlt werden mußte. Die neuen Halbleiterlaser wurden in Zusammenarbeit mit der Uni Kaiserslautern entwickelt. Dafür, dass die Laserstrahlen unterschiedliche Farben darstellen, wird das Prinzip der Farbenkonversion verwendet: Wenn ein Laserstrahl durch spezielle Kristalle geleitet wird, ändert dieser seine Wellenlänge und dement-sprechend auch seine Farbe. Der Projektionskopf mit seinem optischen System wurde von der Firma CARL ZEISS entwickelt, und die Elektronik von SCHNEIDER.
Zur Bildqualität: Will man seinen Schöpfern glauben, so ist der neue LDT-Projektor konkurrenzlos. Durch die Nutzung der Lasertechnik wurde es möglich, eine Abbildung in Kinoqualität zu erreichen mit satten Farben auf einem Großformatbildschirm, dabei mit sehr guten Kontrast- und Helligkeits-werten. Das Problem der Strahlführung und der Schärferegulierung hat sich erübrigt. Der Laserstrahl projiziert ein scharfes Bild auf beliebige Oberflächen, sowohl auf einem Flachbild-schirm, als auch auf andere Oberflächen. Der Projektor kann ein Bild mit einem Kontrastreichtum erzeugen, die die Möglichkeiten des menschlichen Auges um das 4-fache übersteigt. Der Projektor hat eine hohe Auflösung und Bildfrequenz. Die Auflösung des ZULIP übersteigt die Möglichkeiten des HDTV um das 3-fache (Das Bildraster des HDTV liegt bei 1.920x1.080). Zum Vergleich: Die maximale Auflösung konventioneller Projektoren liegt bei höchstens 1.366x1.024. (Obwohl JVC schon Chips mit der Bezeichnung Q-XGA vorgestellt hat, die ein Auflösevermögen von 2.048x1.536 haben, allerdings beginnt die Produktion von Videoprojektoren auf dieser Basis erst 2001.)
Zu den unterstützen Standards: Gerade weil der Projektor in erster Linie auf eine professionelle Anwendung abzielt, besitzt er, wie es sich für einen Projektor dieser Klasse gehört, eine ganze Anzahl analoger und digitaler Interfaces und kann Videos, aber auch Computersignale verarbeiten. So unterstütz er folgende Standards: Composite Video (PAL, NTSC), Component (YUV und RGB), D1, HDTV und DVB sowie die PC-Standards VGA, XVGA, SXVGA usw. Der Projektor verfügt über ein Synchronisierungssystem mit der Signalquelle und interpoliert das Bild auf die maximale Zeilenzahl.
Dadurch, dass der Projektor in zwei Teile unterteilt ist, wird seine Montage erleichtert, denn der Projektionskopf ist nicht sonderlich schwer und nimmt nicht mehr als 0,60 m Platz im Durchmesser ein. Nach Meinung der Schöpfer dieser Technologie ist der Laser die effektivere Lichtquelle, im Unterschied zu den Halogenlampen, die in konventionellen Projektoren verwendet werden und deren Wirkungsgrad 2...4% nicht übersteigt. Die Laser haben eine Lebenserwartung von über 10.000 Betriebsstunden, die der Lampen liegt bei 2.000...4.000 Stunden. Die Schöpfer des Projektors verweisen nicht gesondert auf die Bedeutung des Wirkungsgrades ihrer Laser, weshalb ich hier ein paar allgemeine Daten dazu anführen möchte: Für Halbleiter-Injektions-Laser auf der Grundlage doppelter Heterostrukturen mit den Materialien GaPAs, GaInP, AlGaAs (für den roten Bereich des sichtbaren Lichts und die nahen IR-Bereiche mit ? von 0,57 bis 0,91 µm) kann der Wirkungsgrad 90% durchaus überschreiten!
Der Projektor ist konzipiert für eine professionelle Anwendung, und zwar z.B. für Präsentationen, Shows, Konferenzen und die Medizin u.a. Er passt aber auch gut in die Raumfahrt und den Flugzeugbau, eignet sich für militärische Führungspunkte und –zentren, für Systeme virtueller Welten und für Trainingszwecke. Die Gesellschaft SCHNEIDER arbeitet in dieser Hinsicht aktiv mit STN-Atlas zusammen, und gemeinsam mit Silicon Graphics entwickelt sie auf der Grundlage des ZULIP ein Projektionssystem auf die gesamte Kuppel zur Schaffung einer virtuellen Realität.
Für die Computergraphik, Animation und Videomontage bietet ZEISS zum LDT-Projektor ZULIP einen DVD-Player mit 6-Kanal-Audiosystem bzw. dem nichtlinearen System der Videomontage Fast-601-Video mit einem Satz von harddiscs zur Speicherung von Video- und Audioaufnahmen.
Im laufenden (2000 – d.Ü.) Jahr ist geplant, 50 Projektoren mit LDT-Technologie auf den Markt zu bringen. 2001 sollen es über 100 werden. Hergestellt werden sie im Carl-Zeiß-Werk Jena. 2002 ist der Neubau eines Werkes in Gera vorgesehen, wo zur Massenproduktion des Projektors übergegangen werden soll. SCHNEIDER Technologies führt die Forschung zur Vervollkommnung ihrer Technologie fort, und in erster Linie zur Schaffung einer neuen Generation kompakter Laser. Die Firma beabsichtigt, in den nächsten Jahren einen Marktanteil von 20% bei den professionellen Geräten zu erreichen, und 2004/05 die Projektoren der privaten Nutzung zugänglich zu machen und Fernsehgeräte auf LDT-Basis herzustellen. Na ja, bei einem Preis von gegenwärtig ca. 400.000,- DM für einen solchen „Wunderprojektor“ ....
Veröffentlichungen der Firmen:
· LDT G.m.b.H. & Co. Laser-Display-Technologie KG (http://www.ldt-gera.de)
· SCHNEIDER Laser Technologies AG (http://www.schneider-ag.de)
Text veröffentlicht auf Internetseite: http://www.ixbt.com/multimedia/ldt.shtml
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