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Auch Herr Wilhelm, der Redakteur, war sauer über diese Unverschämtheit::


Von: Siegfried Wilhelm
An: Schwarzwaelder, Werner
Gesendet: Mittwoch, 17. März 2004 18:52
Betreff: Ihre AW auf Kempen's "So geht es weiter..."

 

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Werter Herr Schwarzwälder.

Bitte erlauben Sie mir, daß ich mich Ihnen vorstelle: Ich bin der Redakteur / "WebMaster" der Internetseite

www.skandale-in-sachsen.de

Als mir Herr Kempen Ihr Schreiben überstellt hatte - Sie hatten ja nichts gegen eine Veröffentlichung - habe ich einen Hals gekriegt, wie ein Mühlstein, und den muß ich erstmal loswerden:

Ihre Reaktion auf Herrn Kempens Bemühungen, wider alle Tücken der deutschen Büro- und "Judi"kratie seine - nicht nur in meinen Augen - berechtigten Forderungen durchzusetzen, zeigt mehr als deutlich Ihr wahres Gesicht. Sie distanzieren sich vom Gailinger Unternehmer, weil Sie "plötzlich" erfahren haben, daß er Sozialhilfe empfängt. - So kann nur jemand reagieren, der nicht weiß, wovon er spricht/schreibt. Oder war das auslösende Moment lediglich der Fernsehbeitrag? - Richtig! Da gab es ja bunte Bilder, und jemand hat was dazu gesagt! Die Geschichte stand zwar seit mindestens Juli v.J. im Internet, aber da hätte man ja lesen (können) müssen! Das scheint offenbar nicht Ihre Stärke zu sein - naja, bei dem politischen Autismus in Deutschland ist es kein Wunder, daß Analphabeten an der Spitze einer Gazette stehen...

Offensichtlich sind Sie noch nie in die Verlegenheit gekommen, Löhne erarbeiten zu müssen, dann würden Sie nicht solch einen gequirlten Mist schreiben. Kempen hat mehrere Jahre hintereinander mehrere Dutzend Arbeitnehmer in Lohn und Brot gehabt, und es ist ihm gelungen, keine Rückstände bei den Sozialbeiträgen zuzulassen. Das ist an sich genommen eine reife Leistung, die ihm erstmal jemand nachmachen muß unter den ebenfalls Jahre währenden Querelen mit der lokalen Obrigkeit. Und das sind andererseits einige Cents, die in die sozialen Kassen geflossen sind, mehr jedenfalls, als er selbst in der Lage sein wird, in seinem Leben auszugeben oder "an Stütze abzufassen"! Haben Sie mal darüber nachgedacht? - Sollten Sie aber. Gut, dazu müßte man ja rechnen können!

Als nächstes die Frage, ob das nur Ihre rein persönliche Meinung ist, oder ob Sie die Haltung Ihres Blattes damit ausdrücken wollen. Bei ersterem ist das halb so wild, denn ob Sie sich nun von einem Sozialhilfeempfänger distanzieren oder nicht, kann mir und sicher auch Ihrer Leserschaft egal sein. Aber wenn sich das von Ihnen vertretene Presseorgan dem anschließt, ergeben sich einige Fragen. Ist Ihnen eigentlich bewußt, daß u.a. die Damen und Herren Arbeitslosen und auch Sozialhilfeempfänger Ihre Zeitung käuflich erwerben? Haben Sie mal darüber nachgedacht, daß Sie unter anderem und ohne rot zu werden auch von den Ärmsten der Armen Ihr Geld bekommen, damit Sie sich nicht nur Brötchen damit kaufen können? Nein? Das sollten Sie aber mal tun!

Noch schlimmer ist es allerdings, wenn Sie damit die Haltung Ihrer Redaktion ausdrücken wollten. Da frage ich mich ernsthaft, warum dieses Blatt dann noch gekauft wird, denn im Hinblick auf die Kempen-Affaire unterscheidet es sich in Objektivität und Informationsgehalt mehr als deutlich von Ihrem Schweizer Nachbarblatt, den "Schaffhauser Nachrichten". Nachdem sich trotz mannigfacher Hinweise nichts weltbewegendes an Ihrer Haltung getan hat, gehe ich davon aus, daß das wohl Unternehmensphilosophie ist. Mir geht irgendwie der Satz nicht aus dem Kopf, den der Herr Schöller aus Singen Ihnen mal unter die Nase gerieben hat:

"Auch würde ich meinen, dass der Südkurier eher in dem Fall drinsteckt statt dran ist."

Dieser Brief vom 16.01.2004 war direkt an Sie gerichtet, Herr Schwarzwälder. Ach ja, beinahe hätte ich es vergessen: Sie können ja nicht lesen! Deshalb also lesen Sie auch Kempens Mails nicht, und diese wahrscheinlich auch nicht.

Armes Deutschland!

Siegfried Wilhelm

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