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Selenz` Kommentar 01. Februar 2005 www.hans-joachim-selenz.de Korrupte Schiedsrichter Schlägt man die Zeitung auf, hat man
den Eindruck, Deutschland habe derzeit nur ein Problem: Korrupte
Schiedsrichter. Man liest von groben Fouls, schweren Straftaten und
irreparablen Schä-den. Kaiser Franz sorgt sich um das Image der WM 2006. Helle
Aufregung, blankes Entsetzen! Der Kolumnist einer Sonntagszeitung sieht sich
gar als „ärmstes Schwein auf der Welt.
Alles gelogen. Mein Leben, mein Fußball“. Mitleid kommt auf! Dann folgt ein
grobes Foul: „Ich hasse das
Schiedsrichterschwein.“ Ein klarer Fall für die rote Karte. Dem Schiri
bleibt wohl nur noch das Exil. Warum reagieren viele Bürger so betroffen? Es
geht doch nur um Sport. Der Schiedsrichter ist eine
Vertrauensperson. Er entscheidet zwischen zwei Parteien in strittigen Fällen.
Er muss die Regeln kennen und Verstöße
ahnden. Im richtigen Leben machen das Staats-anwälte und Richter, die „Profi-Schiedsrichter“
in Wirtschaft und Gesellschaft. Die Regeln, über deren Einhaltung sie wachen,
sind Recht und Gesetz. Das ist der Unterschied zum Fußball. Spielen nach Regeln
setzt unbestechliche Schiedsrichter voraus. Leben auf Basis von Gesetzen
unbestechliche Staatsanwälte und Richter. Ihre unparteiische Arbeit ist die
Basis unseres Rechtsstaats. Völlig unvorstellbar, dass sich ein Schiedsrichter,
ein Staatsanwalt oder ein Richter bestechen lässt. Der Bürger vertraut ihnen
blind. Im Sport, wie auch im Leben. Dies Vertrauen ist die Basis des
Zusammenlebens in einer demokratisch verfassten Gesellschaft. Dem aufmerksamen Bürger ist nicht entgangen, dass diese Basis in Deutschland brüchig ist und ge-fährlich schwankt. Der junge Fußball-Schiri Robert Hoyzer hatte 50 000 Euro kassiert. Mafiös, d.h. in kriminellem Zusammenspiel mit anderen, brach er die Regeln. Damit verschaffte er sich und denen, die ihn bezahlten, finanzielle Vorteile. „Na und?“ ist man geneigt zu fragen, „wo ist das Problem?“ Das ist in diesem unserem Lande doch an der Tagesordnung. Der Schiri orientierte sich nur an den „besseren Kreisen“. Was er tat, gehört inzwischen zum guten Ton. Die Schiedsrichter-Kollegen aus dem richtigen Leben - Staatsanwälte und Richter, aber auch unsere Abgeordneten - machten es ihm doch vor. Allerdings mit deutlich höheren Bestechungs-Gagen! Flugs ist Polit-Chamäleon Schily zur Stelle und fordert „harte Strafen“. „Bummelstudent Schily“, der im 1. Juristischen Staatsexamen „strauchelte“ und seinen Referendar nur „mit Mühe“ baute, schlägt gnadenlos zu. Rasch will er „diesen Fall in all seinen Dimensionen und vollständig“ aufgeklärt wissen. „Es müssen die härtesten Sanktionen gegen die Täter ergriffen werden.“ Der Bürger vernimmt`s mit Wohlgefallen: Der Mann tut etwas - für die ent(ge)täuschte Kulisse. Wenn er doch nur überall so
konsequent wäre, unser Innenminister. Er ist nicht nur für den Sport zuständig,
sondern auch für BKA und Verfassungsschutz. Schily misst mit zweierlei Maß.
Nicht überall geht Fairness vor. Für das Kleingeld, das Hoyzer kassierte, macht
ein „krimineller“ Richter keinen Finger krumm. „Rechtsstaatlichkeit, d. h.
gleiches Recht für alle“ (www.otto-schily.de/interview/inter_z.htm)
sind bei ihm nur hohle Phrasen. Über
Promi-Sünder - insbesondere aus Politik und Justiz - breitet man schnell den
Mantel des Schweigens. Der Betrugsschiri und seine Hintermänner sind nur kleine
Amateur-Ganoven. Offenbar hatten sie noch nicht einmal Polit-kontakte. Ohne
Profi-Lobbyisten und Politiker auf der Lohnliste kann so etwas natürlich nicht
funktionieren. Im Gegenteil. Sportsmann Schily kann hier in Rambo-Manier die
ganze Härte des Staates demonstrieren. Gleichzeitig lenkt er trefflich von den
wirklichen Problemfeldern ab. Korrupte Fußball-Schiedsrichter sind
eine Gefahr für den Fußball. Sie rauben ihm die Seele. Das ist schlimm. Viel
schlimmer angesichts von 5 Millionen Arbeitslosen sind jedoch korrupte
Profi-Schiedsrichter, d.h. Staatsanwälte und Richter. Sie schützen kriminelle
Bosse und rauben den Mitarbeitern die Existenz und den Aktionären den Besitz!
Korrupte Staats-Beamte und Abge-ordnete sind eine tödliche Gefahr für unsere
Gesellschaft. Sie bedrohen unseren Staat im Kern. Wie man Staats-Diener und
Abgeordnete professionell mit Millionen „unter dem Tisch“ besticht, zeigt die
beigefügte Anlage. Dagegen ist der korrupte Schiri Hoyzer ein kleiner Amateur. Anlage: Selenz` Kommentar von 06. November 2003 – „Lobbyarbeit“. Peine, den 01. Februar 2005 gez.: Prof. Dr.-Ing. Hans-Joachim Selenz |
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