Wilfried Schöller * Rielasingerstr. 162 * 78224 Singen SÜDKURIER MEDIENHAUS
Sehr geehrter Herr Schwarzwälder, Zunächst herzlichen Dank für Ihr Schreiben vom 13.01.2004. Darf ich zuerst einmal ein paar Begriffe zurechtrücken. In meinem Brief an Herrn Wiesner steht nichts von "kriminellen Machenschaften", aber, "wirtschaftskriminelle Vorgänge" sind es allemal, die mit der Insolvenz der HMK-Firmengruppe zusammenhängen. Desweiteren lassen Sie sich bitte - sehr wichtig - den Unterschied zwischen einem Baukonto und einem Bauträgerkonto erklären. Auch würde ich meinen, dass der Südkurier eher in dem Fall drinsteckt statt dran ist. Ansonsten teile ich die Grundhaltung des Südkurier. Journalistisches Sperrfeuer vom SÜDKURIER, ist seit Jahren gegenüber mir, der Neuen Linie und seiner Mandatsträger "Normalität". Herr Becker steht in diesem Punkt seinem Vorgänger in nichts nach. Im Gegenteil: Will man mit Herrn Becker ein Gespräch führen (Originalton Becker) so muss man seiner Meinung sein, was gleichbedeutend mit der Meinung des Herrn Renner ist. Für einen freien, unabhängigen und demokratischen Journalisten ist diese Haltung nicht gerade das Gelbe vom Ei. Sie als Chefredakteur waren bisher nicht in er Lage, dies zu ändern. Außerdem: Nicht ich habe Probleme mit Herrn Becker, sondern Herr Becker hat - im Auftrag - Probleme mit mir. Dass er ein paar deutliche Wahrheiten - genau wie sein Auftraggeber - nicht verkraften kann, stellt er permanent unter Beweis. Es ist eben schwer, sich in die Singener "High Society" einzuschmeicheln. Aber kommen wir zum Fall SK Singen/Radolfzell, oder besser zum Fall OB Renner, oder noch besser zum Fall CDU-Bundesvorstand: Obwohl es mir möglich wäre, werde ich Ihnen in dieser Sache keine Unterlagen zukommen lassen. Moralische Schranken verbieten mir dies. Es dürfte für den Südkurier aber kein Problem sein, sich die "klaren Beweise" direkt bei Herrn Kempen zu besorgen oder auf seiner Internetplattform herauszusuchen. Weil ich immer noch kein Feind des Südkurier bin - obwohl Grund genug vorhanden wäre - ein paar Hinweise bzw. Vorschläge: Es ist meiner Meinung nach höchste Zeit, dass der Südkurier über diesen Fall berichtet. Wenn man einige Dinge nicht präzis weiß, kann man fragend formulieren. Das würde Ihnen zumindest den Vorwurf von Holtzbrinck ersparen, vor Ort nichts getan zu haben. Zu warten, bis die Ermittlungen abgeschlossen sind, könnte ein Fehler sein. Soweit ich informiert bin, wird demnächst die Informationslawine - nicht nur bei der schreibenden Zunft - losbrechen. Alles wartet nur noch darauf, ob der Richter Deppert-Kern diesen Fall "freiwillig" abgibt. Der HMK-Konzern (4 Firmen und 1 Holding) ging im Jahr 2000 in die Insolvenz. Bis heute ist das Verfahren durch den Richter Deppert-Kern, Konstanz nicht eröffnet. Warum wohl hält Richter Deppert-Kern die Unterlagen seit über 3 Jahren unter Verschluss und betreibt den Konkurs nicht? Sind dort so schlimme Dinge belegt, oder will man Herrn Kempen nur finanziell austrocknen? Das Letztere wird mit Sicherheit nicht gelingen, deutet aber ganz klar auf die Handschrift von OB Renner hin. Der Beweis: Als OB Renner 1994 in Singen die Macht übernahm und gleich ein halbes Dutzend GmbH's gründete, wurden auch sogleich Gelder aus dem Haushalt in die Laga-GmbH eingebracht. Der damalige Kämmerer Klaus Kupprion war als kluger und umsichtiger Rechner bekannt. Als das RP für die Jahre 1999, 2000 und 2001 generell eine Neuverschuldung verbot, sollte er auf Anordnung von OB Renner "kreative Buchhaltung" zugunsten der Laga betreiben, was Herr Kuprion ablehnte. Deshalb wurde er umgehend ins Rechnungsprüfungsamt versetzt. So ist es verständlich, dass die Laga-Abrechnung bis heute ungeprüft blieb. In diesen Tagen geht Herr Kupprion als Chef des Rechnungsprüfungsamts Singen in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird sich hüten, genau zu prüfen. Es ist klar, dass hier vermutlich hohe Summen irgendwohin verschwunden sind. Vergessen wir nicht, dass unter Anderem 2002 OB-Wahlen waren. Wahlen kosten Geld, besonders dann, wenn man noch in letzter Minute einen Gegenkandidaten durch die so böse "Neue Linie" platziert bekommt. War nicht auch die Erstwahl von OB Renner 1994 in der 2Millionenphase von Herrn Kohl und war Herr Renner nicht damals schon im CDU-Bundesvorstand? Somit war es kein Wunder, dass ein Herr Lucke bei der Stadtverwaltung und ein Herr Masi bei der GVV "kreativ" tätig sein mussten oder durften. Letzterer wurde von Herrn Grundler aus der Untersuchungshaft wegen Zigarettenschmuggel - vermutlich mit GVV-Bürgergeld - freigekauft. Ich denke, dass Sie keine Probleme damit haben werden, Ihre "klaren Beweise" zu finden. Vielleicht könnten Sie so ganz nebenbei das journalistische Sperrfeuer gegen mich bei dem Ihnen "Vorgesetzten" Herrn Becker - oder sollte es anders herum sein ?! - entsperren, so dass der beiliegende Leserbrief im Südkurier Singen noch publiziert werden kann.
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