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- Penigwarder -
 
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 "Ein Dachschaden mit Folgen"

 

Kennen Sie den Unterschied zwischen
Büttenwarder und Penigwarder ?

Richtig! Büttenwarder ist Kult! Bauer Brakelmann wird in der Fernsehserie von Jan Fedder mit Bravour gespielt und zeigt mit einem lustigen Augenzwinkern die Reibereien, die es durchaus in der Provinz in dieser oder jener Form gibt. Dabei wird er eifrig assistiert von seinem Freund und Kupferstecher Atsche Toennsen alias Peter Heinrich Brix. Zudem ist das eine Komödie, die auch zum Nachdenken anregt.

Penigwarder hingegen ist ein Trauerspiel mit bis dato ungewissem Ausgang. Die Hauptrolle spielt ein Provinzbürgermeister, à la bonheur dargestellt von Th. Eulenberger, dazu sein Hofstaat bzw. der Stadtrat. Sein Widerpart, oder besser, sein Opfer ist der ehemals Gailinger und ex-Baulöwe in Gestalt des H. Kempen. Die traurige Posse ist schon mehrfach in ihren Anfängen auf Zelluloid gebannt, aber bisher noch für keinerlei Preis vorgeschlagen worden.

In der Serie versucht Bauer Brakelmann immer, ein Schnäppchen zu machen oder Ersatzteile für seinen Traktor zu bekommen. Oder aber er versucht, Touristen in die Provinz zu locken mit allerhand einfallsreichen Tricks, und sei es "Ziegenroulette". Dabei ist jedoch ein Nutzen - ob nun real machbar oder nicht, das sei hier dahingestellt - nachvollziehbar.

In dem Peniger Trauerspiel ist das wiederum überhaupt nicht erkennbar. Das zweifelhafte Tauziehen um ein paar Quadratmeter Bodens, die der Ex-Gailinger zu einem Preis erstanden hatte, der einer Urbanität wie München oder Stuttgart zur Ehre gereicht hätte, hat im Endeffekt zum Sterben einer Firma mit 170 Mitarbeitern und zum kompletten Ruin des dazu gehörigen Unternehmers geführt.

Nun ist - wir haben mit Absicht nicht darüber berichtet, weil wir das Ausmaß und den Sinn der Sache selbst noch nicht übersehen können - ein Umstand eingetreten, der den Peniger Brakelmann wieder auf neue Gedanken gebracht hat: Die Banken, die sich ihre Grundschuld in die katasteramtlichen Bücher eintragen lassen haben, haben diese wieder freigegeben, sodaß Kempen wieder Besitzer derselben ist... Und prompt kommt - man sollte es nicht für möglich halten - eine

Auflage vom Rat der Stadt Penig.

Also, irgendwie hat das für mich den Beigeschmack einer Komödie neuester amerikanischer Machart, wo sich der Zuschauer auf Kosten eines Menschen amüsiert, den die Schicksalsschläge von einer Katatrophe in die andere treiben.

...

Allerdings - wenn ich so darüber nachdenke ... ?

Büttenwarder ist ein fiktives deutsches Provinznest, weit entfernt von Amerika. Und Penig? Ja, auch ein mehr oder weniger Provinznest, auch in Deutschland, allerdings unweit von Amerika ... in Sachsen! Regiert wird es von dortigen Ureinwohnern, die - in ihrer Vergangenheit zumindest - von Rothäuten umgeben gewesen sind. In dem einen Amerika sind diese aber nie zu Ämtern oder Würden gekommen, in dem anderen aber ... Naja, und dann gibt es ja auch noch die "Schwarzfußindianer" ... Aber das waren bzw. sind ja auch "Rothäute", oder? Wenn ich auch sonst nicht viel von den USA halte, aber eines hat es dort nie gegeben, und zwar

Rothäute in der Regierung.

Ich denke - ohne auch nur im Geringsten Dünkel gegenüber anderen Menschen, erst recht nicht gegenüber Indianern zu haben - mittlerweile wohl, daß das einen sehr guten Grund gehabt haben muß!

Graupzig, den 10.10.2005

Siefried Wilhelm


 

    Originaldesign: "Neues aus Büttenwarder"


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