Prof Dr. Wolfgang Peitz
Geprächsnotiz über das Gespräch mit Herrn Leroff,
Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Fraktion
vom 07.05.2002, 21.30 Uhr
Herr Leroff wollte zu einem Gespräch in seinem Prinaer Büro einladen, an dem auf seinen
Wunsch folgende Personen teilnehmen sollten:
- Staatssekretär Dr. Butollo mit Mitarbeiter,
- RA Hulinský mit weiterem Anwalt
und er, Herr Leroff mit mir. Diese Runde sollte eine Art Krisenmanagement betreiben. Er berichtete, dass
er sich sachkundig gemacht hätte:
Die Aktenlage, v.a. mit den Akten aus dem Landratsamt, wäre haarsträubend. Er habe im Rheinland
eine renommierte Wirtschaftsanwaltskanzlei, mit deren Chef er näher bekannt sei, zu Rate gezogen.
Das unverblümte Urteil der Anwälte lautete:
"Aus dem Schlamassel kommt ihr nicht mehr heraus."
Mit anderen Worten: Es geht nur noch um Entschädigung und Schadensbegrenzung.
Was den Petitionsausschuß betrifft, so habe man der PDS-Abgeordneten Dr. Bretschneider die Sprecherrolle
zugewiesen, damit er, Leroff, freie Hand behalte, um hinter den Kulissen zu agieren.
Herr Leroff behauptete weiter, Dr. Butollo sei mit der beste Mann, den sie in der CDU hätten. Dieser sei
aber auf der ganzen Linie entweder direkt belogen oder mindestens sehr falsch informiert worden.
Das habe der Staatssekretär inzwischen schmerzlich erkennen können. Insgesamt seien die
Verfehlungen im wesentlichen von Herrn Brüggen gedeckt gewesen,
so dass sich Hardraht zu Unterschriften hat verleiten lassen unter Schriftstücke, die er
am Ende nicht hätte leisten sollen.
Herr Leroff hat im übrigen sehr betont, dass er auf meine Anwesenheit größten
Wert lege und meinte, ich könnte davon ausgehen, dass mir für meine Aktivitäten die
Unterstützung der Staatsregierung sicher sei. Wir verabredeten regelmäßige
Konsultationen und er wollte frühestmöglich den Gesprächstermin in der genannten
Runde mitteilen. Und so schieden wir in gegenseitigem Einvernehmen.
P.S.:
Ich hatte ihn vorsorglich und beiläufig auch darauf hingewiesen, dass die Schadenssumme für
den Freistaat beträchtlich werden würde und auch darauf, dass der Bürgermeister
Eulenberger in diesem Amte nicht länger tragbar sei. Auch dieser meiner Beurteilung
stimme Herr Leroff zu.
Hervorhebungen bzw. Textauszeichnung von mir - S.W.