|
Dresden, den 17.06.02 Prof. Wolfgang Peitz
c/o Henrik Friedrich
Tieckstraße 17
01099 Dresden
Tel. 0351 - 810 45 44
Herrn Staatssekretär
Dr. Albrecht Buttolo
Sächsisches Staatsministerium des Innern Dresden
Sehr geehrter Herr Staatssekretär Dr. Buttolo, nach unserem stattgehabten
"Nicht-Gespräch" in Pirna (Ich staune immer wieder, was sich Politiker für
Worthülsen und Unsinn einfallen lassen.), habe ich mir als gewissenhafter Mensch noch
einmal die Mühe gemacht, den dort von Ihnen und Herrn Leroff vorgetragenen Argumenten
nachzugehen. Natürlich trat bei den Recherchen das zutage, was ich geahnt hatte. Die bei
unserem Gespräch aufgestellten Behauptungen sind unsinnig und werden in der Rubrik abgelegt:
"Grober Unfug". Ich will meine Behauptungen belegen:
Gegen alle von mir aufgeführten Punkte wurde von den zuständigen Fachaufsichtsbehörden grob fahrlässig verstoßen; grob fahrlässig deshalb,
weil sie von mir und anderen immer wieder zu dieser Überprüfung des Verwaltungshandelns aufgefordert waren. Die Ermittlungsbehörden werden
wohl überprüfen müssen, ob es sich dabei nur um grobe Fahrlässigkeit oder gar um Vorsatz handelte. Ich könnte nun natürlich noch geistreich
über das Amtsverständnis von politischen Beamten philosophieren, was ich unterlasse, weil es mich
langweilt. Fest steht, dass sich die Pflichtvergessenheiten inzwischen ja wohl zu einem handfesten
Skandal ausgeweitet haben, in den nun Schritt für Schritt die gesamte Administration Milbradt
hineingezogen wird. Leider kann ich das auch nicht mehr ändern. Im
Frühjahr 2001 (Februar, März) wurde ich von dem ehemaligen Bankvorstand
der Volksbank Singen, Herrn Werner
Graf, gebeten, doch einmal in Penig/Sachsen vor Ort zu recherchieren und die
Sachverhalte zu überprüfen, um danach ein geeignetes Umschuldungskonzept für
die HMK-Firmen zu entwickeln. Zu diesem Zweck bekam ich lückenlos die Bilanzen
1997-99 eingehändigt, sowie die Unterlagen über die Auftragsbestände, die
vorlagen, und zu jenem Zeitpunkt ca. DM 18 Mio. ausmachten. Darüber hinaus
wurden mir alle Unterlagen der bisherigen Kreditengagements vorgelegt. Da zu
jenem Zeitpunkt der Unternehmer selbst, Herr Heribert Kempen, schon schwer
erkrankt war, standen mir vor Ort der Prokurist der Firmen, Herr Böhme, und die
Assistentin von Herrn Kempen, Frau Swirbul, zur Seite. Beide gaben aus großer
Sachkenntnis heraus erschöpfend Auskunft.
Es war mir ein Anliegen, Ihnen, sehr geehrter Herr Dr. Buttolo, dieses kurz zu skizzieren.
Sie können dieses Schreiben ja als einen "Nicht-Brief" betrachten. Insoweit erwarte ich auch
keine Antwort von ihnen.
Wolfgang Peitz
Prof. Dr. Wolfgang Peitz
P.S.
|