Singen,
den 28.10.2003 ORTSZEIT
Lokaler
Aufbruch:
Rundbrief (oder eine Art
Memorandum) in Sachen „Brisanter Singener Flyer“
gegen lokalen Meinungsmonoplismus und für lokale Meinungsvielfalt! Es
ist tatsächlich ein ungeheures Ding, dass die Sparkasse behauptet, den Veruntreuungscoup,
den ihr Kreditchef Heinzelmann
gelandet hat, habe Kempen selbst gutgeheißen. Daran ist freilich kein Wort
wahr, aber für die Singener Öffentlichkeit hat der
Kurzbericht des Südkurier am
22. Oktober die Sparkasse aus dem Feuer geholt. Die Zeitung muss
nur aufpassen, dass sie sich dabei nicht die eigenen Flügel verbrennt. 1.
Das Ärgernis: Die Macht des Monopolisten Sie braucht weder eine
Gegendarstellung noch eine Unterlassungsklage fürchten, da sie keine Namen
genannt und Zusammenhänge mit dem Unternehmer Kempen aus Sachsen vermieden hat.
Es gibt also keinerlei Rechtsmittel zur Wahrheitsfindung. Die öffentliche Wahrheit ist so zu sagen monopolisiert. Tatsache
ist indes - und die Unterlagen lassen keinen Zweifel zu -, dass es der
Hausjurist der Singener Sparkasse, Tobias Heinzelmann, war, der Kempen mit der
Zusage ködern wollte, dass er die durch einmütigen Vorstandsbeschluss
zugesagten Kredite erhalten werde, wenn er, Kempen,
Heinzelmanns verbotene
Umbuchungen nachträglich genehmigt. Heinzelmann hat gewusst, dass das, was er
gemacht hat, illegal war. Die Dokumentation des Handelns von Heinzelmann liegt
mir vor. Wäre es ihm gelungen, Kempen ins Boot zu ziehen, wäre er aus allem
raus gewesen. Aber Kempen spielte da nicht mit und ist natürlich
verständlicherweise über die
vom Südkurier verbreitete Sparkassendarstellung
mehr als erbost. Zurecht: Er hatte längst zuvor
die Singener Südkurier-Redaktion über das von ihm stets gerügte, rechtswidrige
und strafbare Umbuchungsmanöver Heinzelmanns durch Vorlage von stichhaltigen
Belegen informiert. Doch das Heimatblatt unterschlug die ihm vorliegenden
Fakten schlichtweg, nicht etwa
fahrlässig, sondern vorsätzlich. Dass das rauskommt,
brauchte das Heimatblatt nicht zu befürchten: Es gibt keine ernstzunehmende
publizistische Konkurrenz. Südkurier-Redakteur Becker, der
sich willfährig zum Sparkassensprachrohr hat machen lassen,
liess sich nach Aussagen Kempens bei mehreren Anrufen in der Singener Redaktion verleugnen. 2.
Angedachte finanzielle Aspekte Da es nun weder in Singen, noch
in der näheren Region, ein wirklich recherchierendes (investigatives)
Presseorgan gibt, das die Darstellung des Südkurier-, beziehungsweise der Sparkasse durchleuchtet und ins richtige
Licht rückt, steht man vor einem nackten
Machtmissbrauch. Genau meine Thematik seit 35 Jahren, für die ich – freilich vor grauer Zeit (1974)
- mit einem Wächterpreis der deutschen Tagespresse und einem Christopheruspreis
der HUK-Stiftung ausgezeichnet wurde. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund habe
ich mich zu einer pressepolitischen Maßnahme entschlossen. Der "Singener
Flyer", der Ihnen vorliegt, hat die Aufgabe, in der vom Südkurier
beherrschten medialen Monopollandschaft die Rolle des Streiters für einen unabhängigen, nicht korrumpierbaren
Lokaljournalismus, für Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt zu übernehmen.
Dies ist freilich nicht zum Nulltarif möglich. Die ersten 250 Flyer-Ausgaben
habe ich selbst bewerkstelligt und in Singen tatsächlich einen Run auf das
Flugblatt ausgelöst. Auf vielfachen Wunsch hin sollen
nun weitere 14000 Exemplare mit der
Sparkassenaffäre gedruckt und durch einen Verteilerservice verbreitet werden.
Dazu ist ohne Redaktion ein
Kostenaufwand von rund 2.100 Euro
für Druck (1.100 Euro mit Faltung) durch eine befreundete Druckerei und
Verteilung in Singen und Radolfzell (1000 Euro) durch einen zuverlässigen privaten Service, erforderlich. Damit wäre allerdings nur eine einmalige pressepolitische Aktion
bewerkstelligt. So ergibt sich die grundsätzliche
Frage, wie es nach dem fulminant einschlagenden Flyer-Erstling (eine Art
Nullnummer) weitergehen soll. Ich neige
dazu, zunächst aus Gründen finanzieller Sicherheit wieder zur Hausmitteilungsbasis (Hmb) zurückzukehren
(Selbstvertrieb durch Auslegen von
250 Flyer an den im aktualisierten Flug blatt genannten Auslegestellen;
siehe Anhang). Über eine Zwischenstation,
eine Gruppe locker, nicht vereinsmäßig gebundener anonymer Förderer, soll dann
in absehbarer Zeit eine Interessengemeinschaft
gegen lokalen Meinungsmonopolimus mit Eintragung ins Vereinsregister
gegründet werden, wobei bis auf die Vorstandschaft grundsätzlich den Mitgliedern, die
es wünschen, Anonymitätsstatus zugesichert wird. Für diese Vereinigung fiel mir spontan die
Bezeichnung „Kopra“ (Kampforgan zur Pressemonopolabwehr) ein.
Sie soll ab dem Jahr 2005 Trägerfunktion
für ein 32-seitiges Magazin haben, das im Folgenden näher beschrieben wird.
Dabei ist klar, dass die Singener Lokalmedieninitiative nicht auf den Landkreis
Konstanz beschränkt bleiben muss, sondern vielleicht als Modell gegen Meinungsmonopolismus lokaler Printmedien schlechthin
auch in anderen Regionen der Republik Schule machen kann, wo gleiche oder
ähnliche pressemäßige Monopolsituationen herrschen. Um einerseits das Zwischenziel,
ein Stamm lose verbundener anonymer Förderer, und andererseits das
Endziel, ein projekttragender
Förderverein, zu erreichen, muss ein Finanzpolster für mindestens ein Jahr
angesammelt werden. Aus Flyer-Sicht erfordert das Magazinprojekt 2005 bei monatlichen Ausgaben für Herstellung, Personal-
und Sachkosten sowie Verteilung in Höhe
von 22.500 Euro (2-maliges Erscheinen mit je 7000 Exemplaren a 32 Text- und
Anzeigenseiten) einen jährlichen Finanzbedarf
von etwa 270.000 Euro. Somit
betragen die Herstellungs- und Verteilungskosten für ein Magazinheft 11.250 Euro. Es müsste bei der jouranlistischen Brisanz
und Exklusivität des Magazin zu schaffen sein, mindestens einen Betrag von 15.000 Euro durch Anzeigenplazierungen
in 7000 Exemplaren zu erwirtschaften. Dabei ist vor allem an halbseitige
Großanzeigen renommierter Firmen gedacht. Bei 20 halbseitigen Großinseraten
sind nicht nur die Herstellungs- und Verbreitungskosten erwirtschaftet, sondern
bereits im 2. Erscheinungsjahr können Rücklagen gebildet und Anteilszeichner
berücksichtigt werden. Die Anteile erhöhen sich bei gleichbleibenden Grunddaten
jährlich um einen nicht unbedeutenden Betrag. Um hier genauere Erkenntnisse zu
gewinnen ist beabsichtigt, ein Wirtschaftsinstitut einzuschalten. Abonnements, Spenden und Verkauf einer
zusätzlichen bestimmten Druckauflage im Zeitschriftenhandel zum Einzelpreis von
2.50 Euro sind neben gleichzeitiger
kostenloser Zustellung denkbar und könnten finanziellen Spielraum schaffen. In der einjährigen Magazin-Vorphase, in der der Flyer im Zweiwochenrhythmus mit monatlich 14.000 Druckexemplaren 24 Mal
anzeigenfrei erscheinen soll, ist ein Kostenpunkt für Druck, Redaktion und
Verteilung in in Singen und Radolfzell
von rund 37.200 Euro anzusetzen
(Monatsaufwand rund 3.100
Euro). Damit das Ziel kostenloser
Zustellung von 168.000
anzeigenfreier Flyer im Jahr 2004 erreicht werden kann, ist es erforderlich, meine Flyer-Lokalmedienaktion jetzt schon zu
unterstützen, um einerseits die mir entstehenden privaten Kosten aufzufangen,
den Flyer 2004 zu sichern und andererseits das erwähnte Finanzpolster für das
Magazinheft aufzubauen, für dessen Namen in
Flyer-Leserkreisen nach einem passenden Namen gesucht werden soll. Mein
Vorschlag wäre „Ortszeit“. Für die Flyer-Phase soll, um spendenzeichnungsfähig zu sein, ein Unterstützungsfonds mit Bilanzpflicht
geschaffen werden, der vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt und ins Vereins- register Singen eingetragen wird
(eine vorläufige Kontonummer finden Sie am Schluss des Briefes). Lässt sich
dies nicht realisieren, dann bleibt es beim Hmb-Vertrieb mit 250 selbstausgedruckten Flyer-Exemplaren an den
angegebenen Ausslegestellen in Singen. Auf dieser Basis kann der Flyer eine Zeitlang von der
Medienwirksamkeit und Exklusivität der Netzel-Kempen-Einstiegsstory
profitieren, käme jedoch nicht über einen eng begrenzten, sehr kleinen
Leserkreis hinaus. Dies wäre schade, da der Fall Netzel-Kempen angesichts der exorbitanten Schadensdimension Signalwirkung für ganze Republik hat
und ein Signifikantes Licht auf symptomatische
Verhältnisse im lokalen Pressewesen wirft. 2.
Angedachte inhaltliche Zielsetzungen Inhaltlich ist klar, dass es sich
sowohl bei den Flyers, als auch bei dem späteren 32-Seiten-Heft um lokal-regionale Organe handelt, die dem
investigativen (Recherchen-)
Journalismus verschrieben sind. Wenn ich von einem „Magazin zur Meinungsbildung über Missbrauch von Macht“ spreche,
dann geht es thematisch
grundsätzlich um den Missbrauch von öffentlicher Macht, die in erster Linie durch
die öffentliche Verwaltung, aber auch durch gesellschaftliche Gruppierungen
(beispielsweise Parteien und Pressekonzentrationen) ausgeübt wird. Gerade im
Bereich von Parteischienen können politischer
Meinungsmonopolismus und korruptive Doktrination, wie man am Fall
Netzel-Kempen in Sachsen sieht,
gefährliche Formen annehmen und Schäden
von nicht mehr begrenzbaren Ausmaßen anrichten. Zu den von Kempen
geforderten 104,5 Millionen Euro Schadenersatz kommen noch nicht überschaubare
immaterielle Schäden hinzu, nachdem der arg gebeutelte Unternehmer an Hand
eines Fliegerzeugnisses nachweisen kann, dass Ursache seiner schweren und noch
nicht überwundenen Herzkrankheit der Stress durch das Land Sachsen und die
Singener Sparkasse ist. Medienpolitisches Ziel ist es,
Meinungsvielfalt im lokalen Medienbereich zurückzugewinnen -
was trotz Internetzeitalter möglich ist, weil es kein beliebteres
(leider besonders verführbares) Medium als
die Lokalzeitung gibt - und der
zunehmenden Meinungsmonopolisierung und lokalmedialen Machtkonzentrierung durch
Verschwinden von Lokalzeitungen entgegenzuwirken. In Singen starb der
„Schwarzwälder Bote“ und die „Neue Rundschau“, die ich beide dank der
journalistischen Persönlichkeiten ihrer Gründer Herbert A. Baier und Dieter
Stetter zehn und 15 Jahre lang in verantwortlicher Position als Redakteur
begleiten konnte. Die lokaljournalistische Monoplisierung und
Meinungsmachtkonzentration ist insbesondere auch dadurch gekenntzeichnet, dass
die umliegenden Regionalzeitungen in ihren Landesteilen keinen Platz mehr
haben, sich lokaler Themen außerhalb ihres Verbreitungsgebietes anzunehmen,
wobei freilich niemand genau weiß, welche Absprachen unter den Verlegern es
hier gibt. Dass es sie gibt, weiß jeder - auch ein meinungsmonoplistisches
Ärgernis. Ich habe in 35 Jahren kritischer
investigativer Arbeit als Lokalreporter diese Erkenntnis gewonnen: Eine
erhebliche Schwachstelle der Demokratie
liegt im Ausmaß der Monopolstellung ihrer Lokaljournalistik. Eine wiederum auch
urmenschliche Schwäche: Wer zündelt gern wider den Oberbürgermeister als
Verwaltungschef, wenn der mit ihm tags darauf an einem Tisch sitzt und
Schweinshaxen verzehrt? Gleichwohl müssten
ausschließlich der Wahrhaftigkeit und der Öffentlichkeit verpflichtete Lokalredakteure/innen die Gelassenheit, Unabhängigkeit und
Unbefangenheit besitzen, „ihrem“ OB guten Appetit zu wünschen. Zu diesem
Kapitel gehören freilich all die Gefälligkeitsverfilzungen
des Lokaljournalismus mit Platzhirschen aller Art, sprich, Rathausregenten,
Handelsoberhäuptern und Vereinsmatadoren.
Ein ganz wesentlicher Antrieb
meiner Initiative ist die Tatsache, dass nach Anteilsänderung bei der
großen ZEIT deren genialer „Länderspiegel“ verschwunden ist. Mit
dessen leitendem Redakteur Haug von
Kuenheim, der für lokal brisante Themen besonders aufgeschlossen war, war
ich über 20 Jahre lang verbunden und schrieb für seinen unvergleichlichen
Länderspiegel einige Berichte und Reportagen. Im ZEIT-Länderspiegel-Sinn sollen denn auch die Themen für Flyer und
Magazin ausgewählt werden. Stoffe, die
über die lokalen und regionalen Grenzen hinaus
Be- deutung haben und in ihrer Fallstruktur signifikante Erkenntnisse
und Befunde des öffentlichen und parteiischen Machtmissbrauchs aufzeigen,
sollen im Wesentlichen Thematik und Inhalt der neuen Organe bilden. Es ist nach
meinen jahrzehntelangen Erfahrungen in leitenden redaktionellen Positionen
wahrlich kein Problem, für ein 32-seitiges, zweimal monatlich erscheinendes
lokal-regionales Magazin solche Missbrauchsfälle aufzugreifen, deren Stoffe
überregionale Elemente und Aspekte aufweisen und die sich in einer informativ-erzählerischen Darstellungsform so aufbereiten lassen, dass sie in Kassel
und Köln genauso gerne gelesen werden wie in Sinsheim und Singen, wobei
freilich streng darauf zu achten ist, dass Flyer und Magazinheft von
querulatorischen Fällen
freigehalten werden. In eine Art lokalen An- schlag auf die Presse- und
Meinungsfreiheit hat mich meine kritische Arbeit selbst verwickelt - allein
dieser Stoff füllte etliche interessante Flyer- und Magazinseiten. Eines kann man nach Erscheinen
des ersten Flyer mit 250 Auflagen feststellen: Seine Veröffentlichung hat
sowohl die Sparkasse, als auch den Südkurier in Bedrängnis gebracht.
Dieser kam nicht mehr darum herum, gegen sein in solchen Fällen praktiziertes Prinzip des Verschweigens
zu handeln und, wenn auch in einseitiger und einfältiger
Form referierend, einen „Sparkassentext“zu veröffentlichen. Mit offensichtlich
schlechtem journalistischem Gewissen: Der verantwortliche Lokalredakteur
Georg Becker war nach Angaben von Kempen für ihn nicht zu sprechen
(ich weiß, wie das geht!), als er ihn zur Rede stellen und ihm fehlende
beziehungsweise unterschlagene Informationen vorhalten wollte. Schon dieses
Verhalten ist ein Skandal, aber aufgrund verlegerischer
Machtzuwächse dank Selektion lokaler Journalistik leider nicht selten. Publizistische
Machtselektion ist ein ganz
entscheidender Faktor für journalistische
Wahrheitstreue. Je mehr eine Zeitung in einer lokalen Region das Sagen hat,
umso mehr können Meinungsfreiheit, Wahrheitstreue und Mut zur Kritik an Missständen
in der öffentlichen Verwaltung (wobei die Justiz verstärkt ins Blickfeld rückt)
und gesellschaftlichen Gruppierungen schwinden. Es würde mich freuen, viele
aktive und finanzielle Mitstreiter und Mitstreiterinnen einerseits für die mir
vorschwebende und sich streng an demokratische Grundsätze haltende
Lokaljournalistik und im besonderen für die Weiterverfolgung der in der Tat gigantischen, in hiesigen
Breitengraden noch nicht dagewesenen Netzel-Kempen- Sparkassensaffäre zu
gewinnen. Bei meiner Hausbank, der Baden- Württembergischen-Bank Singen,
habe ich für die Anlaufphase ein Flyer-Sonderkonto
unter dem Stichwort „Kopra“ (mit
„p“, nicht mit „b“) mit der Nummer 6404036301
(BL: 29220020) eingerichtet. Die Überweisungen können später nach Gründung
des des gemeinnützigen „Flyer-Ortszeit-Unterstützungsfonds“
als Spenden deklariert werden. In der Hoffnung, dass es mir
gelungen ist Sie zu überzeugen, dass beide vorgestellte journalistische
Projekte, „Brisanter Singener Flyer“ und „Ortszeit“-Magazin, aufgrund ihrer
Struktur, also ihrer formalen und inhaltlichen Zielsetzungen, und angesichts
des – für Insider nicht überraschenden - großen Interesses der
Flyer-Leserschaft durchaus realisierbar erscheint, verbleibe ich mit herzlichen Grüßen Ihr | ||||||