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Unglaublich, was sich dieser Schreiberling einfallen läßt: Das nenne ich vorsätzlichen Betrug am Leser, denn der Inhalt der Veranstaltung ist verzerrt und wahrheitswidrig wiedergegeben worden.

Wenn er wirtschaftliche Vorgänge nicht versteht (will oder kann [oder ... muß??? - d. Red.]) - die relevanten Schriftstücke von der Sparkasse, dem Insolvenzverwalter oder einem Steuerberater (die zudem alle in dieser Homepage zu finden sind), wurden in der Veranstaltung mittels Projektor öffentlich gezeigt...

Ich glaube, hier wird offen sichtlich, in wessen Diensten er steht... Von neutraler Berichterstattung kann hier unmöglich die Rede sein.

Dieser Artikel ist eine Demütigung für die geschädigten Unternehmer, die - wenn auch nur auszugsweise - von ihrem Fall berichtet, und exakt in diesem Fall vor Gericht gegen die Spk gewonnen haben !




mini  Mittwoch, den 24. März 2004

Bemerkenswert ist . . . . . .

Kolumne aus dem Singener "WOCHENBLATT"

. . . dass in unserer hektischen Geschichte Augenblicke des Verweilens wichtig sind. Da bekommt ein Mann wie Wilhelm Josef Waibel in Singen das Bundesverdienstkreuz, weil er das Schicksal der Zwangsarbeiter im Krieg in unserer Region aufgearbeitet hat. Bundestagsabgeordneter Hans-Peter Repnik nannte den besonderen Aspekt: Ohne Waibel hätte es das Thema überhaupt nicht gegeben! Das unterscheide ihn von vielen anderen Ordensträgern. Er hat sich durch die Archive hindurchgebissen und Partner gesammelt. Jeder sechste Mensch in Singen war zum Kriegsende ein Zwangsarbeiter. Und das galt mit leichten Abstrichen für die ganze Region. Warum schweigen die damaligen industriellen Zentren im Kreis zu dem Thema heute noch? Sie hatten alle Zwangsarbeiter beschäftigt. In Singen hatten ihre Verstorbenen auf dem Friedhof immerhin eine eigene Gräberzeile. Damit war auch für mich seit frühester Kindheit eine Erinnerung verbunden. Es war ein Mahnmal gegen das Vergessen. Waibel hat auch mit 70 Jahren noch viele Aufgaben. Auf den Fundamenten der alten Luftschutzbunker unter der Theresienwiese in Singen steht die Kapelle, in der die Verleihung zur Gedenkstunde an die vielen Opfer des Krieges wurde. Und der Rest der Luftschutzbunker? Mit der ersten öffentlichen Erwähnung hat Waibel ein Signal gesetzt. Jetzt müssen die alten Bauakten aus dem Dritten Reich auf den Tisch!

. . . dass sich die Banken in unserer Region schnell einer sich verbreitenden Endzeitstimmung entgegenstellen müssen. Die Zahl der Insolvenzen, auch im Privatbereich, hat zugenommen. Doch jetzt bekommen die abstrakten Zahlen plötzlich Gesichter. Verstärkt melden sich vermeintliche Bankenopfer auch beim WOCHENBLATT mit ihrem düsteren Schicksal. Eines ist letztlich allen gemein, sie stolpern über Fallen, die es bei genügendem Durchblick und genügender Information nicht geben müsste. Dass man einen erhaltenen Kredit Zug um Zug dann auch zur Deckung des Kreditkontos abrufen lassen muss, sollte einem Unternehmer eigentlich klar sein. Das wurde aber letzte Woche so beim Kempen-Forum in Singen so dargestellt. Peinlich! Klar ist, dass die Folgen von Basel II mit dem objektivierbaren Rating für viele katastrophal sind. Da platzen plötzlich sicher geglaubte Finanzierungen. Sicherheiten wurden kassiert, ohne wenn und aber. Das Thema, das vom WOCHENBLATT bereits vor vier Jahren pointiert aufgegriffen wurde, wurde von den Banken zu lange heruntergespielt. Dabei schnappte bereits im Jahr 2000 die Rating-Falle vielfach zu. Die Kunden waren oft ahnungslos, also keine Profis. Solche Opfer gibt es vor allem im Raum Radolfzell, die sich entgegen vieler objektiver Kriterien als Fusions-Opfer sehen.

. . . dass dem Opfer kleinerer Kunden oft Fehlengagements bei Groß:kunden gegenüberstanden. Im letzten Herbst starb der bundesweit agierende Baulöwe Franz Josef Schmidt. Er hatte sein stilles Domizil in Konstanz, sanierte das Schloss Freudenthal auf dem Bodanrück so herrlich bonbonfarbig, war immer im Rotkreuz-Krankenhaus in München unpässlich, wenn die Staatsanwaltschaft hinter ihm her war und hinterließ nach seinem Tod 44 Millionen Euro Schulden. Er war der Star am Finanzhimmel, mit dem früheren West-LG-Chef Ludwig Poullain eng verbandelt, bis auch dieser in Skandale verstrickt war. Und dann ging es weiter. Es gab ihn vor Ort in Konstanz nur schattenhaft, obwohl durch ihn Konstanz in den späten 70er Jahren wohl zu einem Zentrum der Immobilien-Jongleure wurde. Jetzt starb der Star. Und die Banken rund um den Bodensee dürfen darben. Die Radolfzeller Sparkasse war dem Schein des großen Stars auch erlegen. Und so durfte man dort auch kräftig wertberichtigen. Es gab offenbar eine Zeit, da war Radolfzell fast schon der Nabel der deutschen Finanzwelt . . .

. . . dass dieser Internet-Fall Heribert Kempen viele Wunden wieder kenntlich macht. Nein, den Skandal bei der Sparkasse Singen-Radolfzell gibt es bisher so nicht, wie er behauptet wird. Und auch die Gerichte sehen es bisher so nicht. Mehr noch: Er selbst muss sich einiger Strafverfahren nun erwehren. Die kommen nicht von der Sparkasse Singen-Radolfzell, sondern von alten Mitarbeiter, Lieferanten und Kunden. Das bestätigt die Konstanzer Staatsanwaltschaft auf WOCHENBLATT-Anfrage. Wer seine Insolvenz öffentlich machen will, der soll es dann tun, wenn er wirklich Opfer ist. Den schützt die Presse im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Wer sie nur für sich einspannen will und wesentliche Fakten verschweigt, der soll weiter zu RTL gehen. Oder gleich zu Pro 7 und Stephan Raab. Vielleicht sucht der gerade noch einen Sozialhilfeempfänger mit Jaguar, den er zum Grand-Prix-Sieger machen will.

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